33. Heilpädagogischer Tag

Kommunikation - viel mehr als nur Worte

Freitag, 11. September 2026, von 08:30 - 17:00 Uhr


Ein Rückblick 
 

Begrüßung:
33. Heilpädagogischer Tag, 20 Jahre Mosaik BuK
Mag.
a Marlene Roider, BA (GF Mosaik BuK GmbH)
 

Mit dem 33. Heilpädagogischen Tag blicken wir auf eine Veranstaltung zurück, die für die Mosaik Bildung und Kompetenz weit mehr als ein jährlicher Fixpunkt im Kalender ist: dieser Tag ist unser Ursprung. Aus diesen jährlichen Veranstaltungen ist vor 20 Jahren unsere Firma entstanden.
 
Diese zwei Jahrzehnte stehen für kontinuierliches Engagement in der Weiterbildung von Fachkräften im Sozial- und Gesundheitsbereich, für zahlreiche Begegnungen und für ein Netzwerk, das über die Jahre gewachsen ist und uns bis heute trägt. Ohne Sie wäre die letzten 20 Jahre nicht möglich gewesen.
 
Im Zuge dieses Jubiläums haben wir die Kampagne 20 Jahre Mosaik Bildung und Kompetenz gestartet, um jenen zu danken, die uns durch ihr Vertrauen und ihre Empfehlungen über all die Jahre begleitet haben. 



Impulsreferat:

Kommunikation - viel mehr als nur Worte
Mag.a Natascha Hodanek-Zimmermann
 

Kommunikation ist weit mehr als der Austausch von Worten. Sie gestaltet Beziehungen, beeinflusst Selbstbilder und entscheidet  mit darüber, ob Menschen sich gesehen, verstanden und handlungsfähig erleben. Besonders im heilpädagogischen Kontext ist sie ein wesentliches Instrument, um Teilhabe, Entwicklung und Selbstwirksamkeit zu fördern.

 



Workshops:

WS2: Förderung der Kommunikation bei spracheingeschränkten Kindern am Autismus-Spektrum
Leitung: MMag.a Sonja Karel
 

Rund ein Viertel der Kinder im Autismus-Spektrum kommuniziert non-verbal oder minimal verbal und viele dieser Kinder entwickeln auch im höheren Alter keine verbale Sprache.
 
Einen wesentlichen Schwerpunkt in der Arbeit mit spracheingeschränkten Kindern im Autismus-Spektrum bildet die Förderung der kommunikativen Basisfähigkeiten wie z.B. Blickkontakt, joint-attention oder Turn-Taking, aber auch des Imitationsverhaltens, da diese Bereiche bei vielen Kindern im Autismus-Spektrum schwach ausgeprägt sind.
 
Unterstützte Kommunikation kann non-verbale und minimal verbale Kinder im Autismus-Spektrum in ihrer Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit stärken. Welche Kommunikationsform bzw. welches Kommunikationsmittel angeboten wird, hängt von den individuellen Fähigkeiten und Interessen des jeweiligen Kindes ab.
 
Generell ist gerade in der Arbeit mit Kindern im Autismus-Spektrum eine individuell abgestimmte Vorgehensweise wichtig, die die Interessen und Fähigkeiten des jeweiligen Kindes berücksichtigt. Ein Grundsatz hat jedoch stets Gültigkeit: Kommunikation soll Spaß machen!

 

WS3: Lautsprachunterstützende Gebärden - spielerisch die Kommunikation unterstützen
Leitung: Ulrike Wayd
 

Lautunterstützende Gebärden möchte ich in meiner Arbeit im inklusiven Setting nicht mehr missen. Die Kinder profitieren jedes auf seine Weise. Mir gibt diese Methode ein so vielfältiges und äußerst effektives Werkzeug an die Hand, das jeden Tag zu einem spannenden und kreativen macht. Auch die Zusammenarbeit mit den zuständigen Pädagoginnen erfährt eine Bereicherung. Gemeinsam lernen wir Neues, das den uns anvertrauten Kindern zugutekommt. Außerdem erweist sich dieser Ansatz bei der Elternarbeit als sehr gewinnbringend. Sie melden mir zurück, dass sie sich mitunter zum ersten Mal „mit im Boot“ erleben und das Gefühl haben, aktiv zur Entwicklung ihres Kindes beitragen zu können. Ein anderes Feedback war, dass sich die Arbeit mit ihrem Kind nicht wie „Üben“, sondern viel mehr wie gemeinsames Spielen anfühlt. Eine Mama war zu Tränen gerührt, weil sie mithilfe der lautsprachunterstützenden Gebärden erstmals eine gemeinsame Sprache mit ihrem Kind gefunden hatte.


WS4: Gesprächsführung mit Kindern – ermutigend, respektvoll und auf Augenhöhe
Leitung: Sabine Felgitsch, MSc
 

Gelingende Gesprächsführung mit Kindern hängt weniger von einzelnen Methoden als vielmehr von einer professionellen Haltung ab. Diese Haltung verbindet Empathie mit Klarheit, Zuhören mit Verantwortung und Beteiligung mit verlässlichen Grenzen.
 
Für die pädagogische Praxis lässt sich ein grundlegender Handlungsrahmen ableiten: innehalten – wahrnehmen – verstehen – beteiligen – handeln. Besonders bedeutsam ist die Frage, welche Botschaft hinter dem Verhalten eines Kindes steht und wie darauf reagiert werden kann, ohne die Würde und Selbstständigkeit des Kindes zu beeinträchtigen. Ermutigende Gesprächsführung bedeutet somit nicht, Konflikte zu vermeiden, sondern sie so zu gestalten, dass Beziehung erhalten bleibt und Entwicklung möglich wird.


WS5: Klar. Positiv. Verbindend. – Kommunikation die wirkt.
Leitung: Mag.a Natascha Hodanek-Zimmermann
 

Die Verbindung von Positiver Psychologie, Neuer Autorität, Achtsamkeit und Resonanz eröffnet eine zeitgemäße Perspektive auf pädagogisches Handeln. Sie verbindet Ressourcenorientierung mit Klarheit, Beziehung mit Verantwortung, Wertschätzung mit professioneller Führung und Selbststeuerung mit Präsenz.

Dabei beginnt wirksame Kommunikation nicht beim Gegenüber, sondern bei mir selbst. Resonanz und Präsenz beginnen im Kopf. Ich entscheide mit meiner Haltung, meiner Aufmerksamkeit und meinem Verhalten darüber, welchen Raum ich betrete und welchen Beziehungsraum ich gemeinsam mit anderen entstehen lasse.

Klar. Positiv. Verbindend.

Diese drei Begriffe beschreiben eine Kommunikationshaltung, die Menschen nicht auf Schwierigkeiten reduziert, sondern ihre Möglichkeiten in den Mittelpunkt stellt. Eine solche Kommunikation wirkt, weil sie nicht nur Verhalten beeinflusst, sondern Beziehungen gestaltet, Sicherheit schafft und Entwicklung ermöglicht.


WS6: Hallo – ich sprech´ mit dir!  
Leitung: Mag.a Dr.in Sonja Hutter

 

Es ist unumstritten, dass der frühe Medienkonsum zu Entwicklungsstörungen bei den Kindern führt. In der Literatur werden Pseudo-Autismus oder Virtueller Autismus genannt (Gesundheitsportal, 2026). Auch der Begriff Mediennutzungsstörung wurde von Frau Gobara im Juni 2026 beim Autismus-Kongress in Graz vorgestellt.

Im Umgang mit den Medien sind natürlich wir Erwachsene durch unsere Vorbildwirkung stark gefragt und präsent. Wir müssen uns überlegen, wie oft erlebt mich mein Kind mit dem Handy, wofür nütze ich es.
Auf diesem Wege dürfen wir jeden Tag aufs Neue achtsam und bedacht prüfen, was uns stärkt und was weniger förderlich für uns ist.

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